Kapitel 2: Herz – Der innere Mensch

 

Was wir aufnehmen, prägt uns nicht zufällig. Die Eindrücke, denen wir innerlich zustimmen, brauchen einen Ort, an dem sie verankert werden. Die Bibel nennt diesen Ort das Herz.

Unter dem Herzen versteht die Schrift nicht das biologische Organ, sondern den inneren Mittelpunkt des Menschen. Hier haben Denken, Wollen, Glauben und Entscheidungen ihren Ursprung. Das Herz ist der Ort, an dem Überzeugungen entstehen und Prägungen gespeichert werden.

 

Der natürliche Mensch ist durchaus fähig, Erfahrungen zu reflektieren und sein Verhalten anzupassen. Er kann Muster erkennen, Schlüsse ziehen und sein Handeln korrigieren. Doch er stößt an eine klare Grenze: Er kann sein Herz nicht aus eigener Kraft erneuern. Die Schrift beschreibt das menschliche Herz als trügerisch und erneuerungsbedürftig.

 

An dieser Stelle ist eine wichtige Einordnung notwendig. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse können körperliche und psychische Begleiterscheinungen innerer Vorgänge beschreiben. Sie erfassen jedoch nicht die geistliche Dimension des Menschen. Der biblische Begriff der Seele lässt sich daher nicht auf naturwissenschaftliche Parameter reduzieren.

 

Diese biblische Sicht bewahrt vor der Annahme, der Mensch könne sich durch Selbsterkenntnis oder Selbstoptimierung grundlegend verändern. Das eigentliche Problem – und zugleich der Ansatzpunkt göttlichen Handelns – liegt tiefer: im Herzen selbst.